Der falsche Bruder

von
Cuba Collinson

Sebastian wanderte über den Hof, sah mal hierhin, mal dorthin. Schließlich ging er zu der Bank, die an der Gefängnismauer stand. Karl saß auf ihr und rauchte.
"Hey Karl, du bist doch ein schwerer Junge, nicht wahr?"
Karl drückte die Zigarette aus und grinste. Sebastian beugte sich ein wenig zu ihm runter und flüsterte:
"Ich brauche deine Hilfe. Ich muss raus."
"Willst du nicht auf deine Verhandlung warten?"
"Nein", Sebastian vergrub seine Hände in den Hosentaschen und

starrte hinauf zum Wachturm.
"Mein Bruder hat viel Geld. Er wird dafür sorgen, dass ich ewig hier bleibe."
"Was soll ich machen?"
"Steh auf", Sebastian drückte seinen linken Arm zwischen Lehne und Mauer.
"Setz dich."

Auf der Krankenstation bekam Sebastian einen Gipsverband. Sein linker Arm schmerzte. Doch das war ihm egal. Jetzt durfte er keine Zeit verlieren. Er musste seine Tochter retten!
Als der Krankenpfleger ihm kurz den Rücken zuwandte stand er auf. Er packte den Pfleger am Hals, rang ihn zu Boden und stopfte ihm ein Tuch in den Mund. Nachdem er ihn ans Bett gefesselt hatte, wartete er an der

zurückblättern  7  Startseite         Inhaltsverzeichnis  8  weiterblättern